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Respekt. 5. Dezember 2010

Posted by horstkevin in Frauen.
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Respekt ist eine tolle Sache. Wenn man den Respekt seiner Mitmenschen genießt, fühlt man sich gut. Zurecht, denn Respekt ist etwas, das man sich erst verdienen muss. Respekt ist wie ein Orden oder militärischer Rang, man kann ihn vermehren/steigern – und wenn man es falsch anstellt, wird er einem wieder aberkannt. Wir Menschen sind es gewohnt, unsere Mitmenschen (meist vorschnell) in Kategorien zu stopfen, ob wir sie nun kennen oder nicht, und nach dieser Kategorie richtet sich unter Anderem das Maß an Respekt, das wir ihnen entgegenbringen.

Gleichaltrige Mädchen habe ich in jüngeren Jahren immer mit Respekt behandelt. Weil ich so erzogen wurde, denke ich. Sie bekamen einen Vorschuss an Respekt, immerhin waren sie so intelligent und nicht so grobschlächtig wie das starke Geschlecht. Sie schienen alles besser zu machen als die Jungen und genossen besonderen Schutz von Eltern und Lehrern. Was ist von dem Respekt übriggeblieben im Laufe der Jahre, als Mädchen zu Frauen wurden?

Nichts.

Da ist nichts mehr übrig. Wieso ist da nichts mehr übrig? Jede junge Frau, der ich über den Weg laufe, wird wie bisher in eine Kategorie gestopft. Da bin ich nicht anders als jeder andere Mensch. Aber die Kategorie ist nun viel weiter unten. Muss etwas mit Stochastik zu tun haben, denn die ständig wachsende Erfahrung zeigt mir, dass ich mit meinen Einschätzungen oft richtig liege. Zu den meisten Frauen schaue ich nicht mehr herauf, ich schaue auf sie herab. Bis zum Beweis des Gegenteils (!) sind sie für mich hormongesteuerte Halbmenschen, die Hühnern gleich ziellos durch die Gegend laufen, gackern und Körner picken und einen eigenen Willen vortäuschen. Weder ihre teuren Handtaschen noch ihre Designer-Schuhe machen sie zu vernunftbegabten menschlichen Wesen mit Blick für das Wesentliche, im Gegenteil. Der Schein, das Äußere, das was im übertragenen oder auch nicht übertragenen Sinne glitzert… das finden sie interessant. Anstatt sich selbst bei großen oder winzigen Problemen zu helfen, rufen sie Papa Hahn oder einen Gockel zu sich, der regelt das dann und man muss sich selbst nicht die Flügel schmutzig machen… und mit sowas Niedrigem wie Problemlösung will man sich als Huhn ja auch nicht wirklich auseinandersetzen. Man ist ja nicht nur Huhn aus Überzeugung, sondern PRINZESSIN Huhn. Der Pöbel mache bitte Platz für Prinzessin Huhn! Und Hunderte Millionen von Huhnprinzessinnen rennen auf dem Erdball herum. Da wird es schonmal nötig, anderen Hühnern die Augen auszupicken, es zumindest anzudrohen, um die eigene Wichtigkeit zu bekräftigen.

Weil ich so und nicht anders denke, bin ich ein völlig arrogantes Chauvi-Arschloch. Und das ist okay für mich. Weil ich das nur in den Augen von Hühnern bin. Es gibt nämlich auch noch eine andere Art von Frauen, die so wirklich gar nichts mit den Hühnern zu tun hat. Diese besondere Art ist äußerst selten und schwer zu finden. Es sind Frauen, deren Wille unheimlich stark und nicht nur vorgetäuscht ist. Frauen, die sich für das Wesen der Dinge und nicht für deren Aussehen interessieren. Frauen, die sich nicht mit anderen vergleichen wollen; Frauen mit Selbstbewusstsein, das NICHT auf der eigenen Schönheit fußt, sondern auf den Fähigkeiten und den erreichten Zielen im Leben. Frauen, die auf ein Auto sparen statt auf eine Handtasche, die mit einem Akkuschrauber umgehen können, die auch mit kleinen, spartanischen Wohnungen zufrieden sind, die an die Zukunft denken statt nur an die Gegenwart, die für Geld putzen gehen würden um sich davon einen kleinen Wunsch erfüllen zu können.

DIE genießen meinen tiefsten Respekt.

P.S.: Hier in Australien hab ich übrigens bisher nur Hühner getroffen.

P.P.S.: Boah, bin ich wieder ätzend.

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